Rückblick Fundo Albanova

von Mario Holenstein, Präsident Fraternitas del Peru

Liebe Freundinnen und Freunde des Kinderhilfswerks

Einmal mehr nähern wir uns dem Jahresende. Somit ist es an der Zeit, euch, liebe Gönnerinnen und Gönner, für die grossartige Unterstützung zu danken. Dank euch können wir viele Herzen erfreuen und sie damit gut auf das Leben vorbereiten.

Trotz vieler, nicht immer optimaler Vorhersagen begann die Mangoernte Ende Februar und damit rund einen Monat früher als erwartet. Ausschlaggebend dafür waren die ungewöhnlich hohen Temperaturen sowie die Empfehlung von Senasa, dem zuständigen Ministerium für Agrarexportprodukte. Von den insgesamt geernteten 258’000 Kilogramm Mangos konnten rund 175’000 Kilogramm für den Export bestimmt werden.

Die etwa fünfwöchige Erntezeit verlangte von allen Beteiligten vollen Einsatz. Die Früchte wurden von spezialisierten Arbeitern geerntet, die überwiegend aus der rund 600 Kilometer entfernten Region Piura stammten. Unsere drei Arbeiter sowie wir selbst waren in dieser Zeit mit der Überwachung der Ernteleute, dem Abwägen der Erträge und dem Einsammeln der liegengebliebenen Früchte, der sogenannten Ausschussware, beschäftigt. Diese mussten täglich in Säcke abgefüllt und zu den jeweiligen Ankaufstellen gebracht werden.

Es war eine anstrengende, aber lohnende Arbeit. Erfreulicherweise waren in diesem Jahr keine Diebstähle zu verzeichnen. Das insgesamt grosse Angebot an Mangos sowie die eher tiefen Preise boten offenbar keinen Anreiz dafür. Der Verkauf der Früchte erbrachte Einnahmen in der Höhe von 168’000 Soles beziehungsweise rund 48’000 US-Dollar.

Rund einen Monat nach Abschluss der Ernte begann das fachkundige Schneiden der insgesamt 11’995 Mangobäume. Mit den erzielten Einnahmen hoffen wir, die laufenden Kosten bis zur nächsten Ernte im Jahr 2026 decken zu können.

Zum Ende der Erntezeit kündigte Eber, der langjährige Verantwortliche des Hofes. Seine Familie benötigt seine Anwesenheit in Lima. Eber ist im Kinderhilfswerk aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung als Landwirt mit dem Spezialfach Apiculture (Bienenhaltung) und führte den Hof während neun Jahren mit grossem Engagement. Aus finanziellen Gründen sowie im Hinblick auf eine geplante Neustrukturierung wurde seine Stelle bislang noch nicht neu besetzt.

Zurzeit befinden wir uns in der Blütezeit. Sollten uns keine grösseren klimatischen Veränderungen überraschen, dürfen wir für das Jahr 2026 mit einer guten Ernte rechnen. Neben den Mangobäumen bewirtschaften wir eine Vielzahl weiterer Obstbäume, darunter Orangen, Limas, Pekannüsse, Kumquats, Carambolas (Sternfrüchte), Tamarindo, Bananen, Lúcumas, Quitten, Zwetschgen, Limetten und Avocados.

Auch Tiere gehören zu unserem Alltag: Cuyes, Enten, Gänse sowie einige Legehühner sind Teil unserer Gemeinschaft und tragen zur Selbstversorgung bei. Nicht zur Familie gehörend, aber in grosser Zahl vorhanden, sind hingegen die Leguane, die uns leider erheblichen Schaden anrichten.



Nach Absprache mit dem Vorstand in der Schweiz haben wir uns entschlossen, das für uns so wichtige Solarprojekt mit den Einnahmen aus der Ernte 2025 vorzufinanzieren. Seit Ende April erzeugen die installierten Solarpanels die benötigte Energie vollständig, sodass der Betrieb heute zu 100 Prozent energieautark ist.

Solaranlage

Der jährliche Wasserverbrauch pro Mangobaum liegt bei rund 70 Litern. Die monatlichen Stromkosten belaufen sich derzeit auf etwa 70 US-Dollar und sind bereits gesunken. Nach einer zusätzlichen Investition in Batterien sollen auch diese Kosten künftig vollständig wegfallen. Die Mango­plantage stellt eine wertvolle und langfristige Einnahmequelle dar, mit der das Hilfswerk nachhaltig unterstützt und finanziell entlastet werden soll.

Der landwirtschaftliche Betrieb wurde privat vorfinanziert. Die Rückzahlung der bestehenden Schuld von rund 50’000 US-Dollar erfolgt über noch ausstehende Zahlungen aus Ernteerträgen sowie über die Erträge der kommenden ein bis zwei Jahre. Sämtliche Spendengelder fliessen ausschliesslich in das Kinderhilfswerk in Casma.

Im Namen der gesamten Fraternitas-Familie in Casma und in der Schweiz wünsche ich euch allen alles Gute, beste Gesundheit, frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr. Ich hoffe, euch beim peruanischen Benefizessen am 18. April im Restaurant Scheitlinsbüchel in St. Gallen wiederzusehen. Am 16. und 17. April werde ich im selben Restaurant zudem als Gastkoch à la carte peruanische Gerichte zubereiten.

Herzliche Grüsse aus Casma, Peru

Mario Holenstein

Präsident Fraternitas del Perú

Casma, Perú

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